Homestory – Kinderfotos Zuhause – Fotograf Speyer – Landau – Ludwigshafen

Spur im Schnee

Ich will euch diesmal von meiner Oma erzählen, die ich sehr liebe und die mich sehr dazu geprägt hat liebevolle zu denken. Mir selbst und anderen gegenüber. Vor Jahren, ich schätze es könnten 15 sein, fragte sie mich mal warum ich fotografiere. „Einfach so oder hast du dabei auch künstlerische Gedanken“? genau das waren ihre Worte. Ich erinnere mich genau an ihr Gesicht, die Hand die auf meinem Rücken lag und an den Duft im Raum, als wäre ich immer noch dort. Ich verstand damals nicht was sie damit meinte. Denn ich ging ja arbeiten um Geld zu verdienen, wegen sonst nix. Ich machte meine Arbeit. Ganz ok. Meine Fotos waren schön, technisch gut, manchmal fand ich eins besonders, ganz ok eben.

Meine Oma hat 6 Kinder, 6 Enkel und bald kommt das dritte Urenkel auf die Welt. Sie war und ist für jeden von uns da. Sie kümmerte sich, sie liebte uns, sie tröstete und trocknete so manche Träne wenn nötig. Sie lehrte mich die Dinge mit Liebe zu betrachten und auch den negativen Dingen in meinem Leben einen Platz zu lassen. „Alles hat seine Gründe“, sagte sie so oft. Sie hat all ihre Liebe und Energie in uns gesteckt. Da war nicht viel Zeit und Raum für Kreativität, dabei steckt so viel Liebe und Sehnsucht in ihr.

„Einmal“, hat sie mir erzählt, „hat es über Nacht geschneit. Eine dünne Schneeschicht bedeckte die Treppe zum Eingang draußen. Früh morgens, es war noch dunkel und ruhig im Haus, verabschiedete ich meinen Mann zur Arbeit. Und ein einzelner Fußabdruck, ganz klar und deutlich blieb zurück. Und ich fand den Anblick so schön, dass ich mir den Fotoapparat holte, um ein Bild zu machen“. Ihr müsstet ihre Stimme hören.

Einige Zeit später gab es einen Fotowettbewerb im Ort an dem sie teilnahm und sogar einen Preis mit ihrem Foto gewann.

Sie erzählte mir das, mit einem Leuchten in den Augen, dass ich bis heute immer und immer wieder an dieses Gespräch zurück denken muss. Ihr bedeutete dieses Bild so viel. Warum auch immer. Es ist mit Gefühl entstanden aus ihrem Herzen aus ihrem Sehnsuchtsort. Etwas erinnert sie oder sie wünscht sich etwas so sehr herbei, irgendwas verbindet sie mit der Spur im Schnee.

Trotzdem habe ich noch lange so weiter gemacht. Arbeit – Bezahlung.

Bis ich während meiner Selbstständigkeit endlich die Zeit und Möglichkeit dazu bekam mir Gedanken zu machen warum mir meine Fotos nicht das Gefühl geben. Ich wollte es auch unbedingt spüren, die Spur im Schnee! Ich habe alles Mögliche ausprobiert. Fotografiert wie eine Wilde, mich mit Bildbearbeitung beschäftigt, Workshops besucht. Aber es ist keine greifbare, technische Sache die fehlte. Es ist ein Gefühl und Gefühle kommen von innen. Es ist mein Sehnsuchtsort an den ich zurückkehren muss um das Gefühl was ich auf meinen Fotos brauche zu bekommen. Meine Kindheit, meine Kindheits-Familie. Was ich hatte was ich brauchte. Mein Mann mein Sohn, meine Erwachsenen-Familie. Was ich ihnen gebe und was ich von ihnen brauche. Was ich hatte das vergangen ist. Was noch kommt das ich mir herbeisehne. Dankbar zu sein, für die, die ich habe.

Sehnsuchtsbilder. Für Marie und ihre Mama. Von ganzem Herzen.

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